Shongi Soccer
Philipp Lahm-Stiftung baut Fußballplatz
Die Philipp Lahm–Stiftung für Sport und Bildung finanziert den Bau eines Fußballplatzes und unterstützt dadurch die Entwicklung einer Gemeinschaft innerhalb einer Armensiedlung.
Mit dem Projekt „Shongi Soccer“ übernimmt die Philipp Lahm-Stiftung den Bau eines Sportplatzes zwischen zwei Townships, unweit der südafrikanischen Stadt Johannesburg. Hier wohnen viele junge Menschen, die ohne jegliche Zukunftsperspektiven aufwachsen. Armut und Krankheiten zerstören Familien, viele Kinder sind sich selbst überlassen. Nur durch Ausbildung bekommen diese Jugendlichen eine Chance, auf eigenen Beinen zu stehen.
Zusammenarbeit zur Förderung positiver Werte
Mehrere südafrikanische NGOs, unter anderem die Umhlaba Vision Foundation, eine Organisation mit dem Schwerpunkt Jugendentwicklung, arbeiten nach der Errichtung an diesem Sportplatz zusammen. Über die Begeisterung für Fußball sprechen sie die Jugendlichen an und vermitteln sportliche Werte wie Teamgeist, Fairness und Regelkunde. Darüber hinaus wird auch anderes Wissen transportiert, beispielsweise im Bereich Gesundheit und AIDS-Prävention sowie in wirtschaftlichen Angelegenheiten.
Wie alles begann
Oktober 2008: Die Philipp Lahm – Stiftung für Sport und Bildung fördert nach Satzungszweck u.a. den Bau und den Unterhalt von (Fußball-) Trainingsstätten in Afrika. Nach erheblicher Vorarbeit konnte der Vorstand sich auf einer Reise nach Johannesburg (Südafrika) von der Notwendigkeit der Unterstützung eines townships, Nähe Krugersdorp, überzeugen.
Informiert von Frau Imme Thom, der Vorsitzenden des stiftungsähnlichen Vereins (NGO) „Shongolollo“ (afrikaans für “Tausendfüssler“) besichtigte die Abordnung der Stiftung die informellen Siedlungen „Soul City“ und „Tudor Shaft“ in der Nähe der Stadt Krugersdorp. In der Hierarchie des Wohlstandes sind diese zwei „shack towns“ – so die andere Bezeichnung für townships, ganz unten.
Hier wohnen die Ärmsten der Armen, hier gibt es weder Arbeit noch Hoffnung, weder grossartige Sozialstrukturen noch Elektrizität. Es gibt eine notdürftige, aber einigermaßen funktionierende Versorgung mit Wasser an Wasserstellen sowie, an Sammelpunkten, Toilettenhäuschen pro Familienverbund. Genug gibt es lediglich an Gewalt, Frustration, selbstgebrautem Billigbier (z.T. in Autobatterien gebraut, um den „Kick“ zu erhöhen), Müll und Zukunftssorgen.
Immerhin gab es aber bereits einen Platz, der als Bolzplatz verwendet wurde. Zarina Bahdur, Vorsitzende des Vereins „Umhlaba Vision Foundation“, einer Organisation mit dem Schwerpunkt Jugendentwicklung, erläuterte zusammen mit Imme Thom die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Philipp Lahm - Stiftung und stellte in groben Zügen die Idee eines Fußballplatzes mit organisiertem Trainingsangebot vor. Verschiedene Platzvarianten wurden aufgezeigt, die von Hartplatz über Gummimattenplatz (der aus Bahnen von Förderbändern, die in den nahegelegenen Minen nicht mehr benötigt wurden, neu verschweißt werden sollte) und Kunstrasenplatz bis hin zu einem „normalen“ Rasenplatz reichten.
Eine spannende Aufgabe mit hoher Lernkurve begann…
Aufbau einer verlässlichen Partnerschaft
Januar 2009: Nach der Prüfung und Klärung vieler Fragen besucht erneut eine Abordnung des Vorstands die Ansprechpartner vor Ort in Soul City. Mit dabei dieses Mal auch die Verantwortlichen aus Gemeinde und Stadtverwaltung: Jeder sieht die Chance, die Entwicklung einer Gemeinschaft innerhalb zweier Armensiedlungen zu fördern.
In Ermangelung eines überdachten Treff- punktes traf man sich auf dem Fußballplatz-gelände: Zarina (linkes Bild: rechts) mit Frauen des shacktowns und Imme (rechtes Bild). Doch schon nach 10 Minuten begann einer der sommerlichen Regenschauer, die uns des Problems bewusst werden ließen, dass es verflixt schwierig ist, Pläne zu zeigen, Details zu besprechen, wenn keine Unterstandsmöglichkeit greifbar ist.
Aber auch diese Probleme werden gelöst, da schließlich Obi’s Pub Unterschlupf gewährt. Schnell stand fest, dass aus den verschiedenen Möglichkeiten, den Platz zu gestalten, nur ein Hart (Sand) Platz mit FIFA-Standard als wirkliche Option bestehen kann: Kunstrasen und Echt-Rasenplatz sind mit den Mitteln der Stiftung nicht bezahlbar und können auch im nachgelagerten Unterhalt nie und nimmer aus Sponsoringmitteln vor Ort bezahlt werden.
Erste Pläne werden gezeigt, die sowohl den Platz als auch Container als Büro/Lagerraum und Umkleidekabinen zeigen.
Die Realität wird natürlich dann ganz anders.
Der Startschuss für die Ausschreibung wird gegeben – schließlich soll der Platz bis 30.6.2009 gebaut sein, um für das südafrikanische Frühjahr die notwendige Aufbruchstimmung zu geben.
Planung nachhaltiger Sport- & Bildungsangebote
April 2009: Um ein derartiges Projekt aus Deutschland stemmen zu können, benötigt eine Organisation wie die Philipp Lahm – Stiftung verlässliche Partner, die vor Ort die Dinge regeln können:
„Shongolollo“ deckt den organisatorischen Rahmen vor Ort ab und bietet psychosoziale und therapeutische Maßnahmen für in Not gekommene Kinder und Jugendliche an.
Die „Umhlaba Vision Foundation (UVF)“ bietet den von ihnen erstellten Plan in einem Mehrstufenmodell an, um dem Motto der Philipp Lahm – Stiftung gerecht zu werden: „Sport und Bildung“.
So werden neben Trainings auch sportliche Werte wie Teamgeist, Fairness und Regelkunde weitergegeben. Darüber hinaus wird auch anderes Wissen transportiert, beispielsweise im Bereich Gesundheit und AIDS-Prävention.
SIFE (Students in free enterprise) bietet in einem weiteren Stadium Grundkenntnisse für PC und Wirtschaft an. Die verantwortlichen Vertreter der Gemeinde und Stadtverwaltung haben dem Bau des Fußballplatzes zugestimmt und eine Fläche hierfür ausgewiesen.
In intensiven Beratungen erarbeiten die beteiligten und verantwortlichen Personen aus Politik, Verwaltung und NGOs die beste Vorgehensweise, da von Anfang seitens der Philipp Lahm – Stiftung größten Wert auf Autonomie und selbständige Entscheidungen vor Ort gelegt wird.
Der Fußballplatz nimmt Gestalt an
Mai 2009: Nachdem die finalen Entscheidungen über den Platz und die Vorgehensweisen getroffen waren, wurde nach der Ausschreibung die Vergabe für den Bau des Sandplatzes vorgenommen.
Aber vor dem Anrücken des Bautrupps musste in Eigenregie der Platz gesäubert werden und binnen weniger Stunden konnte dank vielen freiwilligen Händen der Müll in 60 große Säcke zusammengefasst werden.
Binnen kurzer Zeit bekam der rohe Bolzplatz das Gesicht und die Weitläufigkeit eines Fußballplatzes nach FIFA – Standard.
Übergabe und In-Besitznahme des Fußballplatzes
Juli 2009: Während der 4. Juli in den USA als Unabhängigkeitstag gefeiert wird, kann auch in Soul City ein Fest gefeiert werden, da an diesem Tag die ersten offiziellen Fußballspiele auf dem neuen Platz abgehalten werden. Doch leider ist die Feier nicht ohne Eintrübung, da wenige Tage zuvor Soul City von einem offensichtlich unvermeidbaren Schicksalsschlag getroffen wurde: Durch die Beheizung einer Hütte mit offenem Feuer in der Winternacht geriet diese Hütte in Brand und setzte 10 weitere Hütten in Brand. Dabei kam ein dreijähriges Kind ums Leben. So wurde mit Rücksichtnahme auf diese Familie die Feierlichkeit in kleinerem Rahmen gehalten.
Das letzte Bild zeigt die zwei gebraucht gekauften Container sowie das weiße Festzelt und ein Gebetszelt, die durch die deutsche Sandspielgesellschaft finanziert wurden und über Shongolollo und Imme Thom initiiert wurden. Im linken Container wohnt der Platzwart mit seiner Familie; im rechten Container ist bis auf weiteres Büro/Lager/Umkleide.
Ein Video des ersten Spiels am Eröffnungstag sehen Sie hier.
Ein Artikel über den Fußballplatz finden Sie hier.
Natürlich ist ein nachhaltiges Projekt mit der ersten Stufe nicht zu Ende – es gibt viele weitere Ideen und viel Bedarf – wir werden Sie darüber informieren.
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